Mal angenommen ihr sitzt ganz gemütlich in der Früh vor eurem PC und öffnet eure Emails. Nichts ahnend öffnet ihr euer Email-Programm und dann lest ihr die eine Email. Sie ist von  Marc aus Hamburg. Verdammt lange nichts mehr von ihm gehört, denkt ihr. Und ausgerechnet jetzt will er wissen, was er sich bei „Salzburg an einem Tag“ reinziehen soll.  

Was würdet ihr ihm empfehlen? Tja, darüber kann ich ja jetzt schlecht schreiben, dafür schreib ich euch mal einen Spickzettel für meine Version von „Salzburg an einem Tag“:

Foto by Broderick Dyke

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Tagesstart 08:00 Uhr: Frühstück

Mein perfekter Tagesstart ist im Cafe Fingerlos. Viel ist schon darüber gesprochen, geschrieben und diskutiert worden. Dieses Cafe polarisiert: den einen gefällt´s und die anderen hassen es. Ich gehör zur ersten Sorte und empfehle es. Ich mag die Atmosphäre und die Energie des schicken Salzburger Cafés. Bleibt nur noch zu entscheiden, ob man es süss oder sauer mag. Ich find beides toll und überlasse euch die Entscheidung.

TIPP: Die Mehlspeisen sind eine Sensation!

Nach einem sehr gelungenen Frühstück mit allem, was sich das Herz und der Gaumen zu so früher Stunde wünscht, noch schnell einen Espresso und dann geht’s auch schon auf Tour.

Früher Vormittag 10:00 Uhr: Shopping & Sightseeing 

Vom Cafe Fingerlos aus geht’s entlang der Franz Josef Straße zum oberen Anfang der Linzer Gasse. Ich kann mit voller Überzeugung sagen, das ist eine meiner Lieblingsgassen in Salzburg. Nicht gar so viel los wie in der „Altstadt“, aber trotzdem gut gefüllt und der Shopping-Mix lässt die Herzen kaufkräftiger Gäste und Einheimischer höherschlagen. Einladende Schaufenster zahlreicher Boutiquen ziehen dich in ihren Bann. Wenn diese Hürde (lach) überwunden ist und man schon fast am anderen Ende der Linzer Gasse angekommen ist, darf ein Abstecher auf den Kapuzinerberg nicht fehlen. Durch die Franziskuspforte führt der Stefan-Zweig-Weg – doch etwas steiler – nach oben. Aber nicht abschrecken lassen, der Ausblick entschädigt für die kleine Mühe. Oben beim Kapuzinerkloster angekommen (man befindet sich ca. 20 Meter oberhalb der Steinterrasse) eröffnet sich einem das einzigartige Panorama der Salzburger Altstadt. Nicht sofort wieder weiterlaufen, sondern genießen ist jetzt die Devise.

Vormittag 11:15 Uhr: Stehpause

Wie ja schon alle wissen, bin ich ein Freund des „schwarzen Genusses“, wie ich liebevoll meinen Espresso bezeichne.

Wenn man jetzt von der Linzergasse aus in die Altstadt möchte, sollte man einen anderen Weg (ich würde jetzt aber nicht sagen Umweg) gehen. Mal nicht die Staatsbrücke nehmen, sondern links am Salzachufer entlang bis zum Mozartsteg und dann rüber auf die andere Seite in die Altstadt.

Was das für einen Sinn macht, fragt ihr? Beim Überqueren des Mozartstegs kommt ihr beim wahrscheinlich kleinsten Kaffeehaus Salzburgs vorbei. Es bietet vielleicht für 2 Personen Platz, ist aber sensationell. Ivi und seine Frau haben dieses kleine, feine und sehr persönliche Kaffeehäuschen schon das vierte Jahr. Wer weiß, wen Ihr dort alles trefft. Die Leute trinken dort Ihren Kaffee zwischen dem Rudolfskai und dem Mozartsteg. Schaut einfach vorbei und genießt die Stehpause im „we love coffee“.

Foto by Broderick Dyke

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Mittag 12:00 Uhr: Stadtrunde

In meiner Zeit als Hotelbetreiber wurde ich immer gefragt, was sich in der Stadt besonders zum Ansehen lohnt. Was glaubt ihr war meine Antwort? Na, habt ihr eine Idee?

Ich empfahl meinen Gästen immer dasselbe. 

Macht die Klassiker, wie zum Beispiel den Mirabellgarten, die Getreidegasse, Mozart’s Geburtshaus (Festung kommt nachher noch) und dazwischen oder danach lasst euch einfach treiben. Die Salzburger Altstadt ist viel zu klein, um sich zu verlaufen. Also diesbezüglich keine Sorge.

Aber wenn man sich treiben lässt, findet man wunderbare Plätze und Gässchen, an denen man sonst vorbeigelaufen wäre. Und das ist ja die Essenz, die Reisen ausmacht.

Auch jetzt auf loving Salzburg empfehle ich euch, euch einfach treiben zu lassen. Rein in die Altstadt und folgt einfach dem, was ihr seht. Das ist für mich der beste und schönste Weg, diese tolle Stadt zu erkunden. Und by the way … das mache ich immer noch! 😉

Früher Nachmittag 13:30 Uhr: Rundwanderweg Mönchsberg

Mein Rundwanderweg über den Mönchsberg beginnt in der Kaigasse. Genauer gesagt hinter dem Café Cappomio, dort nämlich geht die Nonnbergstiege auf den Mönchsberg. Gleich wenn man oben ankommt das erste Highlight, das Stift Nonnberg. Ob ihr es euch anseht oder nur den Ausblick genießt, überlasse ich euch.

Mein Weg führt auf jeden Fall weiter unterhalb der Festung. Wenn ihr die Festung Hohensalzburg noch nicht besichtigt habt: unbedingt anschauen. Folgt man dem Weg weiter, darf man auch die Richterhöhe nicht auslassen. Was man am Mönchsberg auf keinen Fall vermutet, ist ein budhistischer Stupa. Ein Platz zum Kraft tanken und zum Seele baumeln lassen.

Voll getankt mit viel neuer Energie geht es weiter in Richtung Mülln. Vorbei an der Stadtalm und dem Museum geht die Wanderung auf dem Stadtberg schön langsam zu Ende und ihr kommt zum nächsten Höhepunkt des Tages.

Nachmittag 15:00 Uhr: Müllner Bräu

Kennt ihr das? Wenn der Magen dem Hirn meldet, dass er völlig unterfordert ist? Ist ja auch schon einige Zeit her, dass er Arbeit hatte. Zum Glück hab ich den Weg so gewählt, dass für Speis und Trank gesorgt ist.

Das Ziel der Mönchsberg-Wanderung ist das Müllner Bräu oder auch Bräustübl genannt. Eine Kultstätte in Salzburg. Kein Salzburg-Besuch ohne Bräustübl.

Wenn man über den Mönchsberg kommt, betritt man die ehrwürdigen Hallen von der Rückseite. Eine kleine Tür, ein kleiner Gang und dann ist man angekommen, in den großen alten Bierhallen. Vorbei führt der Weg an den paar kleinen Geschäften in den Bögen, die ihre Speisen feilbieten.

Das tollste, wie ich finde, ist aber die „Schank“. Da wird man aktiv eingebunden. Traditionell trinkt man sein Bier aus einem Steinkrug. Diesen holt man sich aus einem Schrank, spült ihn im Wasserbrunnen und der Bräumeister zapft euch anschließend den hellen Genuss.

Im Sommer lädt der alte Gastgarten zum Erholen ein und in den kühleren Jahreszeiten setzt man sich an einen der langen Tische in den Bierhallen und lauscht den unterschiedlichsten Sprachen dieser Welt.

17:00 Uhr: Rückweg

Alles Schöne hat auch mal ein Ende, so auch dieser super Nachmittag in einem der schönsten Bierplätze von Salzburg. Also raus aus den heiligen Hallen und ab an die Salzach. Für den Rückweg in die Stadt hab ich mir das Salzachufer vorgenommen.

Das Salzachufer ist zu jeder Jahreszeit ein stilvoller Rückweg in die Stadt. Nicht nur des Wassers wegen, sondern wegen der famosen Aussicht auf die „Skyline“ von Salzburg. Die Altstadt auf einen Blick. Und wie Sonja Lauterbach in Ihrem Salzburger Helden Interview gesagt hat: „Stellt euch in die Mitte des Müllner Stegs und lasst das Bild einfach wirken“.

Nach diesem visuellen Genuss geht´s wieder weiter Richtung Altstadt. Der Fußmarsch ist max. 20 Minuten und man steht wieder am „Ferdinand Hanusch Platz“.

17:30 Uhr: PAUSE und fertigmachen für den Abend

Nach einem langen und ereignisreichen Tag ist jetzt mal eine kleine Pause angesagt. Schuhe aus und Füsse nach oben. Da ich ja kein Hotelzimmer in der Stadt habe und auch nicht nach Hause fahren möchte, hab ich meinen lieben Freund Felix gebeten, dass ich mich bei ihm ausbreiten darf. Also, chillige Musik rein, ein kurzer Powernap, eine Dusche und der Körper ist wieder bereit für neue Abenteuer.

Jetzt ist es aber an der Zeit was zu essen.

19.00 Uhr: Ein zünftiger Abend in der Weissen mit einem Ausklang im Sudwerk

Tolle Lokale gibt es in Salzburg jede Menge. Von gutbürgerlich, fleischlos, über alle Kontinente bis hin zur Top-Gastronomie ist alles vertreten. Ich mag´s gern zünftig und gemütlich und geh da einfach in die Weissbier Brauerei – genannt DIE WEISSE.

Die Karte: deftige Salzburger Hausmannskost als Grundlage für das hefehaltige Hopfengetränk aus der hauseigenen Brauerei. Die Weisse ist nicht nur bei Gästen sehr beliebt, auch bei den Einheimischen ist sie eine der Top-Adressen.

Nach einem völlig ausreichendem Abendessen bewegt sich Herr und Frau Salzburger „inhouse“ ins angeschlossene Sudwerk. Das Sudwerk ist nicht etwa die Heimstätte des Bräumeisters, nein, es ist die Bar in der Weissen. Knackige Burschen und fesche Mädels wohin das Auge reicht „Zwinker“.

Nach dem einen oder andern weiteren Weißbier geht schön langsam ein ereignisreicher Tag zu Ende.

Das war mein Spickzettel für meinen perfekten Tag in Salzburg. Wie schaut deiner aus? Schreib mir doch einfach etwas in die Kommentare oder wenn’s mehr wird ein Email. Ich freu mich drauf.

Mir bleicht nur noch zu sagen: habt´s Spaß, loving Salzburg und gute Nacht, ich geh jetzt ins Bett!

Reini

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2 comments

  1. Verena

    Hallo Herr Grasegger,

    am 17. Oktober haben wir uns, auf der Rückreise vom Burgenland ins Rhein-Main-Gebiet, spontan dazu entschlossen, einen Abstecher nach Salzburg zu machen. Noch während der Fahrt bin ich auf Ihre Seite gestoßen und unser Plan für den Tag stand!
    Dank Ihren Tipps hatten wir einen wunderschönen Aufenthalt in Salzburg, haben einiges gesehen und sind kulinarisch bestens versorgt worden (Danke an die Hausherrin von “„we love coffee“, die uns noch einen Cookie zur Stärkung geschenkt hat – empfehlenswert!).
    Wiederkommen müssen wir wohl auch, denn das “Cafe Fingerlos” hatte leider Ruhetag…

    Danke also herzlichst für Ihren Spickzettel,

    viele Grüße nach Salzburg

    Verena & Sebastian

    • Liebe Verena! Lieber Sebastian!

      Vielen lieben Dank für euren Eintrag! Es freut mich sehr, dass ihr einen tollen Aufenthalt in Salzburg hattet und das ich euch dabei helfen konnte. Das ist genau der Grund warum ich diese Seite betreibe und eine Bestärkung noch mehr zu machen. Ja ja das welovecoffee!!! Jana ist wirklich ein Schatz!! Ich werde ihr euren Dank ausrichten.

      Ich wünsche euch alles Gute für eure nächsten Reisen und sende viele liebe Grüsse aus der Mozartstadt.

      Reini